News

6. Aug 2018

Solarstrom wird zur Selbstverständlichkeit

"Solarstrom ist eine zeitgemässe Alternative zur Versorgungssicherheit in der Schweiz und es liegt noch viel ungenutztes Potenzial auf unseren Dächern «brach»“, sagt unser Geschäftsführer im Interview zum Landboten.

Michael Graf, Landbote
Herr Bachmann, im Kanton Zürich hat sich die Zahl der Solaranlagen innert fünf Jahren vervierfacht. Was treibt diesen Boom - neue Energievorschriften?

Thomas Bachmann, Solarville
Nein, wohl eher die Standardisierung dieser Art der Energiegewinnung. Photovoltaik oder die Nutzung von Solarstrom wird immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Bei jedem Neubauprojekt wird zumindest diskutiert, ob eine Anlage realisiert werden soll. Die Bevölkerung steht hinter der Energiewende und möchte ihren kleinen Beitrag leisten.

MG
Aus reinem Idealismus oder lohnt sich das auch finanziell?

TB
Es rechnet sich. Ab einer Grösse von 30 bis 40 Quadratmetern amortisiert sich eigentlich jede Anlage über ihre Lebenszeit. Weitere Faktoren sind die Höhe der lokalen Strompreise und des Rückliefertarifs für produzierten, aber nicht selbst genutzten Strom. Die Rechnung sieht umso besser aus, je mehr Strom man selbst verbraucht.

MG
Indem man zum Beispiel damit sein Elektroauto lädt?

TB
Ja, das ist die perfekte Kombination. Ein Auto ist ja kein Fahrzeug, sondern ein „Stehzeug“, 99 Prozent der Zeit steht es herum. Mit seiner Batterie kann es überschüssigen Stromspeichern.

MG
Gab es in der Photovoltaik nennenswerte Fortschritte oder Durchbrüche?

TB
Die heute am häufigsten verbauten Panele sind etwa 20 Prozent leistungsfähiger als vor sieben Jahren. Der grösste Fortschritt liegt beim Preis. Eine Anlage kostet heute nur noch die Hälfte wie vor sieben Jahren.

MG
Früher hiess es, Solarzellen brauchen lange Jahre, bis sie die Energie ihrer Herstellung wieder hereingeholt haben. Sind Sie wirklich so wenig umweltfreundlich?

TB
Die meisten Studien gehen heute von zwei bis drei Jahren aus. Die Lebensdauer einer Anlage ist 25 Jahre. Die Herstellungsenergie wird also etwa zehnmal wieder reingeholt.

MG
Gibt es Trends im Bereich Solarenergie?

TB
Ja, heute haben Firmen, Hausbesitzer, Wohnbaugenossenschaften, aber auch Mieter neue Möglichkeiten, Strom selber zu produzieren und zu nutzen. Technisch interessant sind auch Batteriespeicher. Wir offerieren diese schon bei über jedem zweiten Projekt. Damit müssen viele Kunden im Sommerhalbjahr gar keinen Netzstrom mehr beziehen.

MG
Rechnet sich das?

TB
Batteriespeicher lohnen sich bereits da, wo die Strompreise sehr hoch sind oder bei grossen Anwendungen. Das Wichtigste für die Kunden ist aber das Gefühl des Autarkseins. Für mich hat das etwas Emotionales: auch in der Nacht den eigenen Strom nutzen zu können.

MG
Ist der derzeitige Boom nachhaltig?

TB
Auf jeden Fall. Wir stehen da erst am Anfang! Solarstrom leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Schweiz. Die Technik entwickelt sich weiter. Und es liegt neben den Dächern noch viel ungenutztes Potenzial auf unseren Infrastrukturanlagen brach, zum Beispiel auf Parkplätzen, Lärmschutzwänden bei Autobahnen und so weiter. Da muss noch viel gehen.

Artikel im Landboten
Artikel als pdf download

WINTERTHUR
Klosterstrasse 34a
8406 Winterthur
052 238 37 37
Kontakt / Karte

 

OLTEN
Solothurnerstrasse 259
4600 Olten
062 213 81 42
Kontakt / Karte